Von Amman über Jerash zum Toten Meer – unsere ersten 2 Tage in Jordanien

Tag 1 Vormittag – Amman

Schon länger planen wir eine Reise nach Jordanien. Wir sind super gespannt, bekommen aber nur zu hören: “Was wollt ihr denn da? Das ist doch viel zu gefährlich. Da ist doch Krieg. Da musst du dich ja verschleiern, Wibke.” Wir lassen diese ganzen Vorurteile an uns abprallen und freuen uns auf die Reise nach Jordanien, ein Land mit wunderschönen Sehenswürdigkeiten. Und sofort in den ersten beiden Tagen werden alle Vorurteile nichtig.

Heute Nacht um 3.00 Uhr sind wir mit dem Flieger aus Istanbul in Amman gelandet. Das Visum bekommen wir direkt bei der Einreise, es kostet uns 40 JD. Die ersten beiden Stunden in Jordanien verbringen wir bei Starbucks am Flughafen. Um 5.00 Uhr übernehmen wir von Europcar unseren Mietwagen und fahren in der roten Morgensonne Richtung Hotel. Leider können wir noch nicht einchecken. Obwohl wir mega müde sind (wir sind seit 24 Stunden auf den Beinen), machen wir uns auf den Weg zur König Abdallah Moschee. Noch ist wenig Verkehr auf den Straßen, was sich aber schnell ändern wird. Auf dem Rückweg ins Hotel herrscht Chaos auf den Straßen, Marcel schlägt sich tapfer. Wie im Videospiel geht es hier zu, wer zögert verliert. Nach mehrmaligem Verfahren sind wir an unserem Hotel und legen uns erstmal schlafen. Vor dem Hotel wird unser Mietwagen auf Schmauchspuren untersucht, am Hoteleingang gibt es eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, Sicherheitsmaßnahmen nach den schweren Bombenanschlägen im Jahr 2004.

Blick auf Amman während der Fahrt auf den Zitadellenhügel

unser Jordanien Reiseführer

König Abdallah Moschee in Amman

Tag 1 Nachmittag – Amman

Am frühen Nachmittag besichtigen wir den Zitadellenhügel, ein weitläufiges Ruinenfeld, in dem zahlreiche Reste von Tempeln, Gebäuden und Mauern unterschiedlicher Zeit vorhanden sind. Für mich sind die Überreste der Tempel eher Nebensache. Mich fasziniert der Blick auf das weiße Häusermeer der Stadt. Nach der Besichtigung des Zitadellenhügels fahren wir Richtung Innenstadt. Unseren Mietwagen parken wir östlich des ehemaligen Forums, in dem heute ein Park eingerichtet ist. Zu Fuß gehen wir zum Römischen Theater, das zwischen 138 und 161 an den steilen Hang gebaut wurde und mit 6.000 Sitzplätzen das größte Römische Theater in Jordanien ist. Anschließend schlendern wir durch die Straßen und Gassen der Altstadt, wo wir einen super Einblick in das alltägliche Leben bekommen. Die Einheimischen drängeln sich hier durch, der Verkehr staut sich, auf einem Markt wird frisches Obst und Gemüse verkauft. In einem Süßwarenladen probiere ich jordanische Süßigkeiten, Marcel findet mehr Gefallen am Bäcker nebenan. Bevor wir uns auf den Weg zurück Richtung Hotel machen, statten wir dem Zitadellenhügel einen weiteren Besuch ab. Von hier oben ist der Blick einfach zu schön. Als wir abends im Bett den Tag Revue passieren lassen, sind wir einfach nur beeindruckt, beeindruckt von einem Land, das viele fälschlicherweise für so gefährlich halten.

Marcel mit meinen jordanischen Süßigkeiten in der Altstadt von Amman

Blick auf die weißen Häuser von Amman während der Fahrt auf den Zitadellenhügel

Römisches Theater in Amman

Markt in der Altstadt von Amman

Bäckerei in der Altstadt von Amman

Tag 2 Vormittag – Gerasa

Am Morgen machen wir uns auf Richtung Jerash. Hier wollen wir Gerasa, eine der größten Ausgrabungsstädten der Welt anschauen. Gerasa war einst eine blühende römische Metropole, das Pompeji des Ostens, das im 2. Jahrhundert n. Chr. seine Blütezeit erlebte. Auf dem Weg werden wir von einem Polizisten angehalten, Verkehrskontrolle. Unsere Unterlagen interessieren ihn nicht wirklich, vielmehr versucht er uns zu einer Tasse Tee zu überreden. Wir müssen leider dankend ablehnen, da wir nach der Besichtigung von Gerasa noch bis zum Toten Meer fahren wollen. Kurz vor Jerash biegen wir links ab, der Weg nach Gerasa ist ausgeschildert. Die Tickets erhalten wir für 8 JD direkt hinter dem Parkplatz. Auf dem Weg zum Eingang passieren wir den Hadriansbogen, einer der best erhaltenen Gebäude und den Hippodrom. Wir kämpfen uns im Uhrzeigersinn in der super erhaltenen Ausgrabungsstätte voran. Neben dem ovalen Forum und 2 Straßenachsen gibt es u. a. eine Kathedrale, Thermen und 2 Theater anzuschauen. Bedeutendstes Bauwerk ist der Artemis-Tempel, der auf der höchsten Erhebung thront. Hier angekommen legen wir eine längere Pause ein und genießen unser frisches Obst, das wir am Tag zuvor in der Altstadt von Amman gekauft haben. Insgesamt halten wir uns 4 Stunden in der Anlage auf. Über unsere Wanderschuhe sind wir sehr glücklich, der Untergrund ist uneben und sandig. Nun ist es 14.00 Uhr und unser Magen knurrt. Neben dem Parkplatz entdecken wir das Jordanian House Restaurant und entscheiden uns für das einheimische Buffet. Das Fleisch ist super lecker und ich werde süchtig nach der selbst gemachten Minz-Lemonade. Der jordanische Besitzer gesellt sich nach dem Essen zu uns, lädt uns auf einen Tee ein. Dies Mal nehmen wir dankend an. Lange unterhalten wir uns mit ihm über Jordanien, die politische und religiöse Situation.

von Säulen gesäumter Cardo in Gerasa bei Jerash

Wibke und Marcel beim Mittagessen im Jordanian House Restaurant bei Gerasa

leckeres Mittagessen im Jordanian House Restaurant bei Gerasa

Blick in das Südtheater von Gerasa bei Jerash

Tag 2 Nachmittag – Ajlun und Totes Meer

Gegen 15.00 Uhr fahren wir nach Ajlun und wollen hier die einzige mittelalterliche Burg Jordaniens besichtigen. Die Fahrt nach Ajlun dauert 30 Minuten. Schnell verfahren wir uns in der Stadt. Die Autofahrten durch die kleinen Städte sind immer aufregend. Oft kommen wir nur im Schritttempo vorwärts. Die Zentren, in denen das öffentliche Leben stattfindet, liegen grundsätzlich an den Durchfahrtsstraßen. Auch in Ajlun herrscht mal wieder Verkehrschaos, Esel ziehen Holzwagen, Bananen werden aus PKWs verkauft, vor und hinter unserem Auto drängen sich Passanten durch den fast stillstehenden Autocorso. Irgendwann haben wir total die Orientierung verloren und fragen im Stau den Autofahrer neben uns. Dieser ist so nett und bringt uns über ungeteerte Straßen aus der Stadt heraus Richtung der Burg von Ajlun, der Qalaat ar-Rabad, die 5 km vom Zentrum entfernt liegt. Die Qalaat ar-Rabad entstand 1184 zum Schutz der Mekkapilger. Wir zahlen 1 JD Eintritt pro Person. Die Burg und der Blick auf die umliegende Landschaft gefallen uns sehr gut. Um 17.30 Uhr fahren wir zum Toten Meer. Auch diese Strecke ist wieder gut zu fahren. Der Zustand der Straßen ist bis auf einige Schlaglöcher super. Leider fehlen an den Straßenrändern oft die Reflektoren, was das Fahren im Dunkeln erschwert. Am Toten Meer schlafen wir im Holiday Inn Resort Dead Sea. Das Resort ist traumhaft schön. Bevor es dunkel wird, baden Marcel und ich noch im Toten Meer, schwimmen tatsächlich an der Wasseroberfläche und sehen auf der anderen Seite des Toten Meeres Israel.

Wibke in der Burg Qalaat ar-Rabad bei Ajlun

Ortsdurchfahrt von Ajlun

Burg Qalaat ar-Rabad bei Ajlun

Marcel mit unserem Mietwagen auf dem Weg zum Toten Meer

Blick von unserem Hotel Balkon auf das Tote Meer und Israel

Fazit

Das Fazit unserer ersten beiden Tage ist durchweg positiv. Um auf die Vorurteile zurückzukommen – sie stimmen schlichtweg nicht. Die Einheimischen sind sehr hilfsbereit, wir fühlen uns überall willkommen. Wir empfinden keine Situation als unangenehm oder gefährlich. Und ich muss mich nicht verschleiern. Ich trage eine lange Hose und ein T-Shirt, das die Schultern bedeckt. Ein Kopftuch brauche ich nur in der König Abdallah Moschee in Amman. Die Straßenzustände sind bis auf Schlaglöcher und der fehlenden Reflektoren am Straßenrand sehr gut. Und zu der Frage “Was wollt ihr denn da?” kann ich nur antworten: “Abseits des Massentourismus wohl eines der interessantesten Länder der Welt anschauen, mit tollen kulturellen Sehenswürdigkeiten und herzensguten Menschen”.

Karte & Links

Amman

Jerash

Totes Meer

Ajlun

Noch mehr Bilder und Informationen zu Amman, Gerasa und dem Toten Meer findest du in unserem Jordanien Reiseführer

weitere Jordanien Reiseberichte

1½ Tage in der Wüste Wadi Rum

In unseren 1½ Tagen in der jordanischen Wüste Wadi Rum cruisen wir mit dem Toyota durch den tiefen Sand, wandern zum beeindruckenden Burdah Arch, klettern auf den höchsten Berg Jordaniens, den Dschabal Umm ad-Dami und übernachten inmitten der Wüste – ein sandiges Abenteuer.

mehr lesen

Petra – Einzigartiges Kulturerbe der Nabatäer

1½ Tage erkunden wir die bekannteste Sehenswürdigkeit von Jordanien – Petra, die antike Felsenstadt der Nabatäer. Mit dem Schatzhaus Khazne al-Firaun und dem Kloster Ad Deir zählt sie zu den 7 neuen Weltwundern der UNESCO. Petra ist neben dem Wadi Rum unser Highlight in Jordanien.

mehr lesen

Jordanien Reiseführer

Petra

Hier erfahrt ihr mehr über die Sehenswürdigkeiten und Highlights von Petra.

mehr lesen

Amman

Hier erfahrt ihr mehr über die Sehenswürdigkeiten und Highlights von Amman.

mehr lesen
aktualisiert am 25. Juni 2016 von Wibke Melanie