Klettern im Peek-a-boo Canyon

Anfahrt von Escalante über die Hole in the Rock Road

Auf unserer 2. Reise durch den Südwesten der USA kommen wir durch den kleinen Ort Escalante im Süden von Utah. Wir schlafen in einer kleinen Holzhütte von Escalante Outfitters und wollen unbedingt den naheliegenden Peek-a-boo Canyon besuchen. Der Peek-a-boo Canyon ist ein Slot Canyon abseits der Touristenpfade, der nicht ganz so einfach zu erreichen ist. Die meisten Touristen in der Gegend machen eine geführte Tour durch den Antelope Canyon bei Page. Der Peek-a-boo Canyon ist mit 3 weiteren Slot Canyons ähnlich wie der Antelope Canyon, nur deutlich schmaler und viel weniger besucht. Täglich kommen maximal 15 Besucher. Man kann hier auch ungeübt ohne Kletterausrüstung klettern.

Am Abend zuvor informieren wir uns im blm Office in Escalante über den Straßenzustand der Hole in the Rock Road und die Wettervorhersage für den nächsten Tag. Am nächsten Morgen stehen wir schon um 4.00 Uhr auf und machen uns im Licht der aufgehenden Sonne auf in Richtung Peek-a-boo Canyon. Der Slot Canyon liegt im Grand Staircase Escalante National Monument südlich von Escalante. Mit dem Auto sind es 52 km. 7,5 km östlich von Escalante zweigt vom Highway 12 die ungeteerte Hole in the Rock Road ab. Unser Mietwagen, ein Nissan Midsize SUV mit 2×4, ist völlig ausreichend für die Straße. 4×4 benötigen wir nicht. An vielen Stellen ist die Hole in the Rock Road ziemlich ausgewaschen (washboarded), sodass wir über die dicken Reifen glücklich sind. Nach 41,5 km, für die wir ca. 1 Stunde und 15 Minuten brauchen, biegen wir am Schild Dry Fork Trailhead links ab. Jetzt sind es noch 3 km auf einer ziemlich sandigen Piste. Hier sind wir über die hohe Bodenfreiheit unseres Mietwagens heilfroh. Das 2×4 benötigen wir aber auch hier nicht. Als wir am Parkplatz ankommen ist es 6.45 Uhr und die Sonne brennt schon jetzt. Erst mal frühstücken wir unsere Nutella Croissants und packen dann unseren Rucksack. Mit 6 Litern Wasser und ½ Liter Coca Cola starten wir die Wanderung. Hinter unsere Windschutzscheibe legen wir noch einen Zettel: There are two young people down in the Canyon. Please inform someone if the car is still here after 3 PM. Neben uns steht ein anderes Auto, das solch einen Zettel im Auto liegen hat. Also machen wir es auch mal.

Hole in the Rock Road im Grand Staircase Escalante National Monument

mit unserem Mietwagen auf der Hole in the Rock Road

Peek-a-boo und Spooky Canyon – ein Traum auch für ungeübte Canyoneerer

Am Trailhead tragen wir uns in ein Register ein, damit das blm die Besuchszahlen überwachen kann und bei Notsituationen informiert ist, wer sich noch in den Slot Canyons aufhält. Das erste Teilstück des Weges führt hauptsächlich über Slickrock nach unten in das sandige Bett des Coyote Gulch, wo es deutlich heißer ist. Oftmals herrschen Temperaturunterschiede von bis zu 10°C zwischen dem Parkplatz und dem Coyote Gulch. Es gibt 4 Slot Canyons: Dry Fork, Peek-a-boo, Spooky und Brimstone Canyon. Wir entscheiden uns als erstes für den Peek-a-boo Canyon. Neben dem Eingang des Canyons im Gebüsch platzieren wir 2 Wasserflaschen für den Rückweg. Bevor wir hineingehen widmen sich unsere Blicke dem Himmel. Es sollten auch in der Ferne keine dunklen Wolken zu sehen sein. Selbst wenn es in 40 km Entfernung regnet, kann das Wasser durch die engen Slot Canyons fließen. Dann wird es lebensgefährlich. Bei uns schaut aber alles super aus, strahlend blauer Himmel. Zuerst müssen wir eine 4 m hohe Steinwand hinaufklettern, in die zum Glück kleine Tritte gehauen wurden. Im Canyon sind immer mal wieder unsere Kletterkünste gefragt. Ab und zu trifft das Sonnenlicht auf den roten Stein und zaubert tolle Farben in den Peek-a-boo Canyon. Im Canyon ist es deutlich kühler. Wir gehen 1 Stunde immer geradeaus und drehen dann um. Man sollte nicht zu tief in den Canyon hineingehen und keine Abzweigungen nehmen. Jedes Jahr kommt es hier zu tödlichen Unfällen, da viele Touristen unverantwortliche Aktionen unternehmen. In Escalante sagte man uns, dass erst letzte Woche 3 Franzosen im Peek-a-boo Canyon gestorben seien, da sie zu wenig Trinken bei sich hatten und verdurstet sind. Lasst euch davon aber nicht abschrecken, sondern startet gut vorbereitet eure Wanderung. Wenn man vorher alles plant, genug Trinken mitnimmt und sich mit der Entfernung in den Canyon hinein nicht überschätzt, sollte auch nichts passieren. Wir schauen auch immer, wohin wir treten und fassen, um keine blöden Begegnungen mit irgendwelchen Tieren zu machen. Sowohl Klapperschlangen als auch Skorpione leben in diesem Gebiet. Wir haben allerdings keine von beiden gesehen. Nach 2 Stunden sind wir wieder zurück am Eingang des Peek-a-boo Canyons.

Da wir uns noch super fit fühlen, gehen wir im Coyote Gulch weitere 800 m Richtung Osten zum Spooky Canyon. Der Eingang liegt genau wie der zum Peek-a-boo Canyon auf der linken Felsseite. Der Spooky Canyon ist dunkler und an den meisten Stellen wesentlich enger, sodass man hier deutlich langsamer vorankommt. Hier müssen wir nicht so oft klettern, uns allerdings immer wieder durch mega enge Spalten zwängen. Im Spooky Canyon halten wir uns weitere 1½ Stunden auf, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Mittlerweile sind es hier unten in der Sonne gefühlte 42°C. Uns läuft der Schweiß nur noch hinunter. Unser Wasser ist fast leer, wir müssen aber noch den Anstieg zu unserem Auto zurücklegen. Ziemlich kaputt, mit 13 leeren Flaschen und zig tollen Fotos kommen wir am Auto an. Im Register am Trailhead tragen wir uns aus. Dann geht es über die Hole in the Rock Road zurück nach Escalante, wo wir uns eine lange kalte Dusche gönnen.

Abstieg zu den Slot Canyons in den Coyote Gulch

Peek-a-boo Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument

Peek-a-boo Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument

Spooky Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument

Peek-a-boo Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument

Coyote Gulch vor den Slot Canyons

Peek-a-boo Canyon im Grand Staircase Escalante National Monument

Ein unvergessliches Erlebnis abseits aller Touristenpfade – unser Fazit

Der Ausflug zum Peek-a-boo und Spooky Canyon hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es hat super viel Spaß gemacht in den Slot Canyons zu klettern und zu fotografieren. Abseits aller Touristenpfade genießen wir hier noch die ursprüngliche Natur. Auch als unerfahrene Canyoneerer können wir ohne Kletterausrüstung klettern. Ein bisschen Ausdauer benötigen wir allerdings schon (und zu ungelenkig sollte man auch nicht sein). Wer einen Ausflug zu den Slot Canyons macht sollte immer das Wetter im Auge behalten. Bei Regen (auch in weiterer Entfernung) kann das Wasser die Slot Canyons in reißende Ströme verwandeln. Und bitte nehmt genügend zu Trinken mit, mindestens 3 Liter Wasser pro Person, lieber ein bisschen mehr. Bei guter Planung wird der Besuch der Slot Canyons im Grand Staircase Escalante National Monument so zu einem unvergesslich tollen Erlebnis.

Karte & Links

Peek-a-boo Canyon

Noch mehr Bilder und Informationen zum Peek-a-boo Canxon und Utah findest du in unserem Utah Reiseführer

aktualisiert am 5. Januar 2017 von Wibke Melanie