Reiseführer südliches Namibia

Der Süden von Namibia

Die Kalahari ist eine rote Sandwüste, die sich in den Ländern Angola, Sambia, Botswana und Namibia erstreckt. In den meisten Teilen sind der Sand und die Dünen von Büschen und Bäumen bewachsen. In Namibia liegt die Kalahari Wüste südöstlich des Ortes Marienthal. In diesem Gebiet liegen einige Lodges, in denen man die rote Sandwüste erleben kann. Auf dem Gelände der Kalahari Anib Lodge gibt es einige kleinere rote Dünen, zu denen man aber nur im Rahmen einer geführten Tour fahren kann. Die Teufelskrallen Tented Lodge liegt direkt auf einer großen Düne. Die meisten Lodges bieten auf ihrem Gelände einige Wanderwege an, die man auf eigene Faust gehen kann. In Botswana und Südafrika gibt es in der Kalahari Wüste den Kgalagadi Transfrontier Park. Hier gibt es ähnlich wie im Etosha National Park Löwen, Geparden, Oryx Antilopen, Giraffen und viele weitere Tiere zu sehen. Wer von Namibia in den Kgalagadi Transfrontier Park fahren möchte, kann die Grenze in Mata Mata überqueren.

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Der Fish River Canyon liegt im Süden Namibias im Richtersveld National Park. Viele Namibia Touristen lassen den Besuch des Canyons aus, da er abseits der meisten Rundreisen liegt. Wer genug Zeit hat, sollte den Besuch allerdings einplanen. Die Anreise erfolgt in der Regel aus Keetmanshoop kommend über die C12 oder aus Lüderitz kommend über die C13. Beide Straßen sind super zu befahren. Der Fish River Canyon ist nach dem Grand Canyon in den USA der zweitgrößte Canyon der Welt. Er hat eine Länge von 160 km, eine Breite von bis zu 27 km und eine Tiefe von bis zu 550 m. Unten im Canyon windet sich der Fischfluss. Wer schöne Fotos vom Fish River Canyon machen möchte, sollte am Vormittag kommen, um Gegenlicht zu vermeiden. Am frühen Mittag liegt der gesamte Canyon im Sonnenlicht. In Hobas zahlt man 80 NAD Eintritt pro Person und 10 NAD pro Auto. Leider erhält man hier keine Karte für den Canyon. Alle Straßen am Fish River Canyon sind ungeteert. 12 km hinter Hobas erreicht man den ersten Aussichtspunkt, den Main Viewpoint. Hier gibt es einige überdachte Sitzmöglichkeiten und Infotafeln über den Fish River Canyon. 2,5 km östlich vom Main Viewpoint liegt der Hikers Point, ein weiterer schöner Aussichtspunkt. Diese beiden Aussichtspunkte erreicht man problemlos mit einem normalen PKW. Wer ein bisschen zu Fuß gehen möchte, kann vom Main Viewpoint zum Hikers Point am Canyonrand entlang gehen. 600 m westlich vom Main Viewpoint liegt der Sunset Point. Zu diesem Aussichtspunkt sollte man nur mit einem SUV fahren, da die Straße in einem ziemlich schlechten Zustand ist. Fährt man vom Main Viewpoint wieder 1,6 km zurück Richtung Hobas zweigt auf der rechten Seite eine Straße ab, die weitere 5 Aussichtspunkte miteinander verbindet. Hier muss man an einigen Stellen vorsichtig fahren, da oft große Steine auf dem Weg liegen. Ein SUV ist empfehlenswert. Zuerst erreicht man Rockies Point, dann The Edge und nach insgesamt ca. 7 km Sulphur Spring View und Desert Rim. Wer jetzt noch 12 km zum letzten Aussichtspunkt Eagles Rock fahren möchte, benötigt ein 4×4 SUV. Dieses letzte Teilstück sollte auf keinen Fall mit einem normalen PKW befahren werden. Dementsprechende Schilder weisen vor Ort daraufhin. Leider darf man nicht in den Canyon hinabsteigen, da es in den letzten Jahren einige tödliche Unfälle gab. Einige Anbieter in Windhuk bieten geführte Mehrtageswanderungen auf dem Fish River Canyon Hiking Trail an. Für diese 3 bis 7 tägige Wanderung im Canyon benötigt man gute Kondition. Wer den Fish River Canyon besucht, muss mindestens 1 Nacht hier schlafen. Unmittelbar an den Richtersveld National Park grenzt der Gondwana Canyon Park an. Hier gibt es 3 Übernachtungsmöglichkeiten: Canyon Lodge, Canyon Village und Canyon Roadhouse. Alle 3 Lodges gehören zur Gondwana Collection und sind sehr empfehlenswert. Im Canyon Roadhouse kann man zu günstigen Preisen kleine Snacks essen. Die Canyon Lodge und das Canyon Village sind ca. 13 km vom Eingang zum Fish River Canyon in Hobas entfernt, das Canyon Roadhouse 17 km. Im 70 km entfernten Ai Ais gibt es ebenfalls eine Übernachtungsmöglichkeit. Von hier dauert die Anfahrt jedoch 1½ Stunden, sodass es sich empfiehlt in einer der 3 Lodges der Gondwana Collection zu übernachten. Am Canyon Village beginnt ein 7 km langer Wanderweg, der auf einen Berg und wieder hinab ins Tal führt. Wer hier schläft, sollte diesen Weg unbedingt gehen, da man wunderschöne Blicke auf das Gebiet des Gondwana Canyon Parks hat.

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Lüderitz ist eine schöne Hafenstadt an der Lüderitzbucht im Südwesten von Namibia, die Anfang des 20. Jahrhunderts eine besondere Rolle spielte. Am 7. August 1884 wurde die Stadt unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt. 1908 fand man beim Bau einer Schmalspurbahn Diamanten bei Lüderitz. Fortan boomte die Suche nach Diamanten. Das Diamantensperrgebiet wurde im Laufe der Jahre immer mehr ausgeweitet. Heute erstreckt es sich von Lüderitz bis zur südafrikanischen Grenze. In Lüderitz ist der deutsche Einfluss immer noch sichtbar. Die meisten Straßennamen sind deutsch, es gibt Bäckereien, eine Turnhalle und eine Lesehalle. Die um 1905 von Deutschen erbauten Häuser sind heute noch in einem guten Zustand und prägen das Stadtbild. Wer Lüderitz erkunden möchte, sollte sich zu Fuß auf den Weg machen. Einen schönen Blick über die gesamte Stadt hat man vom Diamantberg oberhalb der Felsenkirche. Die evangelisch-lutherische Kirche wurde 1912 eingeweiht und ist heutzutage täglich für Besucher für wenige Stunden am Nachmittag geöffnet. Nicht weit von der Kirche entfernt liegt das Goerke Haus, das zwischen Oktober 1909 und September 1910 als Wohnhaus des Leutnants Hans Goerke erbaut wurde. Goerke wurde 1909 Leiter der Emiliental-Diamantengesellschaft in Lüderitz. Weitere historische Gebäude sind der Bahnhof und das Woermannhaus nahe der Jetty. An der Jetty liegt das Sea Breeze Restaurant, in dem man leckeren Fisch essen kann. Sehenswert ist auch die Haifisch-Insel mit dem alten Leuchtturm, von dem man ebenfalls einen schönen Blick über die Stadt hat. Für die Besichtigung der Stadt zu Fuß sollte man ca. 4 Stunden einplanen. Nahe der Stadt Lüderitz kann man die ehemalige Diamantenstadt Kolmanskuppe und den Diaz Point besichtigen. In Lüderitz gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten.

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Kolmanskuppe ist eine Geisterstadt im Diamantensperrgebiet 10 km östlich von Lüderitz. Die Stadt wurde ab 1908 erbaut und sollte ursprünglich als Diamantsucher-Camp dienen. Da die Suche nach Diamanten immer mehr boomte, wurde der Ort immer größer und luxuriöser. Es entstanden herrschaftliche Steinhäuser nach deutschem Vorbild. Zur Blütezeit lebten bis zu 400 Leute in Kolmanskuppe. Es gab ein Krankenhaus mit dem ersten Röntgengerät in Afrika, ein Elektrizitätswerk, eine Schule, einen Laden, eine Eisfabrik, um Blockeis für Kühlschränke herzustellen und ein Gebäude mit Turnhalle und Kegelbahn. Eine Schmalspurbahn verband die meisten Gebäude, um Transporte zu vereinfachen. Schon 1930 wurde der Diamantenabbau bei Lüderitz eingestellt, da hier kaum noch Diamanten vorhanden waren. Die Abbaugebiete wurden weiter in den Süden verlegt. Mitte der 50er Jahre verließ der letzte Bewohner den Ort. Alle Gebäude wurden der Wüste überlassen. Heutzutage kann man die Geisterstadt Kolmanskuppe besichtigen. Den Besuch sollte man keinesfalls verpassen. Geöffnet ist Kolmanskuppe Montag bis Samstag von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr, es gibt geführte Touren in deutsch und englisch. Man darf sich aber auch alleine bewegen. Es lohnt sich 2 Stunden alleine das Gebiet zu erkunden, da fast alle Gebäude betreten werden dürfen. Um 9.30 Uhr und 11.00 Uhr finden die geführten Touren statt, bei denen man interessante Details erfährt. Die Touren dauern 1½ Stunden. In Kolmanskuppe sollte man festes Schuhwerk tragen, da es Schlangen in dem Gebiet gibt. Der Eintritt kostet 80 NAD pro Person, 4 Stunden sollte man insgesamt einplanen.

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Weitere Sehenswürdigkeiten im Süden von Namibia

Köcherbaumwald

Der bekannte Köcherbaumwald liegt 18 km nordöstlich der Kleinstadt Keetmanshoop auf dem Gebiet der Farm Gariganus. Der Köcherbaumwald ist über die ungeteerte C17 zu erreichen. Die Straße ist in einem super Zustand und kann auch mit einem normalen PKW befahren werden. In dem Gebiet stehen ca. 250 Köcherbäume, die 1955 zum Nationalen Denkmal erklärt wurden. Man darf sich frei zwischen den Bäumen bewegen. Besonders schön sind die Köcherbäume zum Sonnenuntergang. Der Eingang liegt am Quiver Tree Forest Camp. An der Rezeption muss man 50 NAD Eintritt zahlen. Der Eintritt gilt auch für den nahegelegenen Giant’s Playground. Das Quiver Tree Forest Camp besitzt mehrere Geparden, die jeden Tag um 16.00 Uhr gefüttert werden. Für Reisende mit Kindern ist dieses sicher empfehlenswert.

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Köcherbaumwald Informationen

Giant's Playground

Der Giant’s Playground liegt 3 km westlich vom Köcherbaumwald und ist eine bizarre Felslandschaft mit aufgetürmten Dolerit-Felsen. Dieses Gebiet gehört ebenso zur Farm Gariganus, Eintritt zahlt man an der Rezeption beim Köcherbaumwald. Durch den Giant’s Playground führt ein einstündiger Trail. Vor allem am Vormittag und kurz vor Sonnenuntergang tauchen die roten Steine ins schöne Licht.

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Mesosaurus Fossil Site

Die Mesosaurus Fossil Site liegt 42 km nordöstlich von Keetmanshoop an der C17, 20 km weiter als der Giant’s Playground. Wer genug Zeit hat, sollte diese private Farm unbedingt besuchen. Den niederländischen Besitzer, der sehr gut Deutsch spricht, trifft man an der Rezeption des Mesosaurus Fossil Bush Camps. Hier beginnt die ca. einstündige Tour. Der Besitzer fährt mit seinem eigenem Auto vorweg, man selbst fährt ihm hinterher. An einigen Stellen steigt man aus. Der Besitzer zeigt beeindruckende Fossile des Mesosaurus, einer ausgestorbene Reptiliengattung, die vor 290 bis 279 Millionen Jahren lebte. Am Ende der Tour kommt man im Köcherbaumwald an, den man selbst besichtigen darf. Die Tour kostet 120 NAD pro Person.

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Mesosaurus Fossil Site Informationen

Keetmanshoop

Keetmanshoop liegt 500 km südlich der Hauptstadt Windhuk und hat knapp 19.000 Einwohner. Die Stadt eignet sich super als Übernachtungsmöglichkeit auf dem Weg zwischen Windhuk und dem Fish River Canyon oder Lüderitz. Es gibt einige Restaurants, in denen man lecker essen kann. Außerdem gibt es 2 Supermärkte und Tankstellen. Der nahe gelegene Köcherbaumwald und der Giant’s Playground können super als Tagesausflug besucht werden. Keetmanshoop selbst hat keine Sehenswürdigkeiten. Lediglich die Kirche der Rheinischen Mission, die ein Heimatmuseum beherbergt, ist einen kurzen Stop wert.

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Wüstenpferde bei Garub

Die Wüstenpferde leben am Rande der Namib-Wüste. 20 km westlich des Ortes Aus bei Garub an der B4 zwischen Keetmanshoop und Lüderitz wurde eine künstliche Wasserstelle für die Pferde errichtet. Von einem Unterstand können Besucher die Pferde beobachten. Über die Herkunft der Pferde wird seit Jahrzehnten gerätselt. Einige verweisen auf Pferde der ehemaligen Deutschen Schutztruppe in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika, einige glauben an Tiere aus der Pferdezucht von Duwisib. Andere wiederum glauben, dass Barone die Tiere in das heutige Namibia brachten und die Pferde wegen der Kriegsereignisse in die Wüste entliefen. Wer an der Wasserstelle vorbei kommt, kann hier super für einen kurzen Stop anhalten.

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Sonnenuntergang in der Kalahari Wüste an der Kalahari Anib Lodge

Sonnenuntergang in der Kalahari Wüste an der Kalahari Anib Lodge

Giraffe auf dem Gebiet der Kalahari Anib Lodge

Sonnenuntergang auf dem Gebiet der Kalahari Anib Lodge

Köcherbaum auf der Mesosaurus Fossil Farm

Fossilien auf der Mesosaurus Fossil Farm

Felsenkirche in Lüderitz

Giant's Playground

Sonnenuntergang am Köcherbaumwald der Farm Gariganus

Blick vom Berg nahe des Canyon Village

Giant's Playground

Blick in den Fish River Canyon zwischen Main Viewpoint und Hikers Point

Sonnenuntergang auf dem Berg nahe des Canyon Village

Blick in den Fish River Canyon zwischen Main Viewpoint und Hikers Point

Köcherbaumwald der Farm Gariganus

am Canyon Roadhouse im Gondwana Canyon Park

Sonnenuntergang am Köcherbaumwald der Farm Gariganus

Oryx im Gondwana Canyon Park

Blick vom Diamantberg auf die Felsenkirche und Lüderitz

historische deutsche Häuser in Lüderitz

Haus in Kolmanskuppe

Sonnenuntergang am Köcherbaumwald der Farm Gariganus

in einem Haus in Kolmanskuppe

Sonnenuntergang im Gondwana Canyon Park nahe der Canyon Lodge

Hotelempfehlung Lüderitz: Zum Anker

weitere Namibia Reiseführer

Etosha

Hier bekommt ihr mehr Informationen über den Etosha National Park in Namibia.

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Reisebericht: 2 Tage in der Namib Wüste in Namibia

Ein Reisebericht über unsere 2 Tage in der Namib Wüste in Namibia. Über die Panoramastraße D707 fahren wir in Namib Wüste und übernachten am Rand des National Parks. Wir besichtigen das Sossusvlei und das Deadvlei, erkunden den Sesriem Canyon, erklimmen die Düne 45 und machen Braai.

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Reisebericht: Auf Tiersuche im Etosha National Park

4 Tage lang machen wir uns in unserem Mietwagen auf Tiersuche im Etosha National Park in Namibia. Auf einer wahnsinnig spannenden Tour sehen wir Nashörner, Elefanten, Giraffen, Löwen, Geparden und noch viele andere tolle Tiere. Der Etosha National Park zählt für uns zu einer der besten Reiseerlebnisse.

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aktualisiert am 15. Februar 2017 von Marcel