Wochenendausflug von Hamburg nach Krakau

Vorbereitung & Anreise

Wir gucken auf der Homepage von easyJet, wohin man von Hamburg am Wochenende mal günstig fliegen könnte. Mailand, London, Basel – dort waren wir schon. Krakau. Dort waren wir noch nicht. Aber was wollen wir denn auch dort, frage ich. Die Flüge kosten nur 38€ hin und zurück. Naja, warum nicht. Irgendetwas werden wir uns dort schon angucken können. Eine Bekannte erzählt uns wie schön Krakau ist, ihr hat es besser gefallen als Prag. Wir kaufen einen Dumont Reiseführer und sind begeistert, was man sich in Krakau anschauen kann. Das hätte ich gar nicht gedacht. Die Vorfreude auf das Wochenende im Februar steigt. Freitag Abend um 18.55 Uhr geht der Flieger. Perfekte Uhrzeit, wir fahren beide direkt von der Arbeit zum Flughafen. Nach einer guten Stunde Flugzeit landen wir in Krakau. Die Fahrt mit dem Bus in die Innenstadt dauert 30 Minuten und kostet 4 Zloty. Unser Hotel, das Best Western Plus Q Hotel, liegt etwas außerhalb der Altstadt, neben dem International Conference & Congress Center. Das Hotel ist ziemlich neu und modern. Da es ein Businesshotel ist, sind unsere beiden Übernachtungen am Wochenende sehr günstig. Spät am Abend essen wir noch in einer Pizzeria in der Nähe.

Best Western Plus Q Hotel

International Conference & Congress Center

Wibke mit dem Krakau Reiseführer

Tag 1: Vormittag

Am nächsten Morgen stehen wir um 7.30 Uhr auf und genießen das Frühstück. Es lässt keine Wünsche offen. Der Himmel ist noch von Wolken bedeckt, daher machen wir uns als erstes auf den Weg zur Krakauer Burg, dem Wawel. Wir besichtigen die Kathedrale, die eher untypisch als solche ist. Hier liegen zahlreiche wichtige polnische Persönlichkeiten begraben, so auch der 2010 bei einem Flugzeugabsturz verstorbene Staatspräsident Lech Kaczynski. Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenfrei, für die Besichtigung der Königsgräber und der Sigismund Glocke zahlen wir 4 Zloty. Anschließend besichtigen wir im Rahmen einer Führung die Royal Private Apartments für 25 Zloty. Diese Führung stellt sich als eher uninteressant heraus. Leider ist der Himmel immer noch bedeckt, wir sind aber guter Hoffnung, dass es noch aufklart (wir vertrauen mal auf das iPhone Wetter). Entlang des historischen Königsweges gehen wir in Richtung Innenstadt. Wir passieren einige Kirchen und historische Häuser, unter anderem eines, in dem Karol Woytila, Papst Johannes Paul II., einige Jahre gewohnt hat. Inmitten der Altstadt liegt der Rynek Glowny, einer der größten Plätze Europas. Um den Platz herum stehen wunderschöne historische Häuser, im Zentrum die Tuchhalle und der Rathausturm und an der nördlichen Ecke die Marienkirche. Überall hören wir Pferdegetrappel und sehen weiße Kutschen. Dies ist anscheinend bei Touristen die beliebteste Art, die Stadt zu erkunden. Wir fahren nicht mit der Kutsche, sondern beanspruchen unsere Füße. An den 2 Tagen in Krakau legen wir 45 km zu Fuß zurück. Die Busse und Straßenbahnen benutzen wir kaum. Jetzt aber zurück zum Rynek. Endlich scheint die Sonne. Leider können wir den Rathausturm und den Turm der Marienkirche im Februar nicht besteigen. Bevor wir die Marienkirche von innen besichtigen, machen wir uns noch auf den Weg ins Univiertel. 200 m westlich des Ryneks liegt die alte Universität, die man auch von innen besichtigen kann. Leider haben wir nicht genug Zeit, da sie schon um 14.00 Uhr schließt, ein kleiner Nachteil, wenn man Krakau im Winter besucht. Viele Sehenswürdigkeiten schließen schon sehr früh. Dafür ist es nicht so überlaufen. Der Eintritt in die Marienkirche ist kostenfrei, es sei denn, man möchte den bekannten Hochaltar aus der Nähe betrachten. Wir zahlen die 10 Zloty.

Innenhof im Wawel

Adalbertkirche am Rynek

Marienkirche am Rynek

Wawel Kathedrale

Kutsche am Rynek

Tuchhallen und Rathausturm am Rynek

Tag 1: Nachmittag

Anschließend gehen wir weiter über den Königsweg in die nördliche Altstadt zum Barbakan. Hier in der Nähe des Bahnhofs finden wir einen Stand, an dem Trdlniks verkauft werden. Seit unserem Besuch in Prag zu Silvester sind wir süchtig danach. Marcel nimmt ein Trdlnik mit Zimt und Nutella, ich bleibe treu und nehme einen nur mit Zimt. Life is too short to eat bad cakes – dieser Spruch steht an der Bude. Ja, genau das stimmt. Mit diesem Gedanken schlendern wir den Trdlnik genießend wieder zurück in die Altstadt. Krakaus Altstadt ist mit einem großen Park umrundet. Wo einst die Mauern die Stadt umrundeten, finden wir heute einen gepflegten Grünstreifen, in dem man super spazieren gehen und auf einer der zahlreichen Bänke entspannen kann. Für uns ist es leider zu kalt, bei 4°C bevorzugen wir, durch den Park zurück zum Wawel und auf die andere Uferseite der Weichsel zu gehen. Von hier können wir schöne Fotos machen. So langsam wird es dunkel und wir überlegen, wo wir Essen. Burger, Pirrogi und Quesadillas stehen zur Auswahl. Schließlich landen wir beim Mexikaner und anschließend in einer Kellerbar. Krakaus Altstadt ist mit zahlreichen Bars, Kneipen, Pubs und Clubs unterkellert. Das Ambiente ist 1a und das Bier günstig. Für ½ Liter Bier zahlen wir 4 Zloty. Nach einem Bier und einem Caipirinha machen wir uns auf den Weg zurück Richtung Hotel und bleiben im Tea Time Brewpub hängen. Bei Live-Musik genießen wir unser Bier bis wir um 23.00 Uhr im Bett liegen.

Turm der ehemaligen Stadtmauer am Königsweg

Barbakan

Wawel hinter der Weichsel bei Sonnenuntergang

Wawel hinter der Weichsel

Trdlnik

Tag 2: Ausflug nach Auschwitz

Am Sonntag Morgen klingelt unser Wecker um 6.00 Uhr. Heute geht es nach Auschwitz. Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir zu Fuß vom Hotel zum Busbahnhof. Die Sonne scheint und so machen wir noch kleine Abstecher zum Wawel und Rynek. Nun haben wir auch schöne Fotos von Krakaus Burg bei Sonne. Als wir so morgens um 8.30 Uhr am Busbahnhof ankommen, haben wir bereits 5 km zu Fuß zurückgelegt. Der Bus fährt um 8.40 Uhr ab. Die Bustickets haben wir am Samstag über das Internet gebucht, 10 Zloty pro Person.1½ Fahrtzeit kommen wir direkt vor dem Eingang zu Klein-Auschwitz an. Der Eintritt ins Museum ist im Winter kostenfrei, allerdings sollte man vorweg (vor allem im Sommer!) Tickets im Internet reservieren. Alle Tickets sind zeitgebunden. Man kann zwischen einer geführten oder einer self guided Tour wählen. Wir machen eine self guided Tour, auf dem Gelände gibt es mehrere Schilder mit einigen Infos. Bei einer geführten Tour erfährt man sicherlich mehr Details, aber wir wollen uns Zeit lassen und nicht mit einer Gruppe durch hetzen. In einigen Häusern gibt es thematische Ausstellungen. Wir besichtigen eine Gaskammer und Zellentrakte. Die Stimmung ist komisch, leise, oft haben wir einen Kloß im Hals. Nach 2½ Stunden verlassen wir das Museum und fahren mit einem Shuttlebus nach Auschwitz 2, auch Birkenau genannt. Hier sind nicht mehr alle Gebäude vorhanden, das Gelände ist aber deutlich größer. Hier sehen wir das Bild, das wir vom Geschichtsunterricht aus der Schule kennen – das Eingangsgebäude und dahinter km lange Schienen. In Birkenau wurden die meisten Menschen kaltblütig ermordet. Um 15.15 Uhr fahren wir wieder mit dem Bus zurück nach Krakau. Abends essen wir traditionelle Piroggi, bevor wir unseren kleinen Koffer aus dem Hotel holen und zum Flughafen fahren. Um 21.20 Uhr geht der Flieger mit einer kurzen Verspätung zurück nach Hamburg.

Bustickets Krakau – Auschwitz
Museum Auschwitz

Klein-Auschwitz

Klein-Auschwitz

Birkenau

Klein-Auschwitz

Klein-Auschwitz

Klein-Auschwitz

Fazit

Der Wochenendausflug nach Krakau hat sich echt gelohnt, wir haben super schöne Tage. Unser Fazit: Für 110€ pro Person, die wir für alles zusammen zahlen, ist der Ausflug nach Krakau ein richtiges Schnäppchen. Die Flugzeiten von und nach Hamburg mit easyJet sind perfekt, da man keinen Urlaubstag braucht. Die Stadt ist wunderschön und im Winter nicht überlaufen.

Karte & Links

Krakau

Noch mehr Bilder und Informationen zu Krakau und Polen findest du in unserem Polen Reiseführer

aktualisiert am 5. Februar 2016 von Wibke Melanie