Reisebericht: Auf Tiersuche im Etosha National Park

Tag 1 – Wir sind gespannt – vor allem auf Löwen

Wir reisen mit unserem Nissan 4×4 SCE von der Vingerklip Lodge an. Nach 200 km und 2½ Stunden Fahrtzeit stehen wir am Andersson’s Gate, dem südlichen Zugangstor zum National Park. Marcel und ich sind nun 2 Wochen in Namibia unterwegs und freuen uns auf die nächsten 4 Tage im Etosha, dem zweitgrößten National Park der Welt. Nachdem wir ein Jahr zuvor in Südafrika keinen Löwen gesehen haben, werden wir ja wohl im Etosha Glück haben.

Am Andersson’s Gate müssen wir unsere Reisepässe vorzeigen und mitteilen, wie lange wir uns im National Park aufhalten werden. Wir zahlen 510 NAD für 72 Stunden. Erster Stop für uns ist das Camp in Okaukuejo. Hier haben wir für eine Nacht ein Zimmer in einer Hütte gebucht. Es gibt 5 Camps, alle sind komplett umzäunt, die Tore sind nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet. Im Shop kaufen wir uns eine mit Tieren bebilderte Broschüre über den größten National Park Namibias. Dieses Infoheft kann ich jedem empfehlen. Es macht super viel Spaß anhand der Bilder Tiere in freier Wildbahn zu suchen. Neben den abgebildeten Tieren findet man auch eine detaillierte Straßenkarte mit allen Entfernungen und Wasserlöchern, die sich in den nächsten Tagen als sehr praktisch erweist.

An unserem ersten Nachmittag sehen wir vor allem Elefanten und Springböcke. Erblicken wir an einer Stelle viele Autos, steuern wir immer direkt darauf zu. Meistens gibt es dann etwas besonders Spannendes zu sehen. Immer im Gepäck sind unser Steiner Safari Fernglas UltraSharp 8×30, unsere Nikon D5200 Spiegelreflex Kamera und unser Zoomobjektiv 70 mm bis 300 mm. Besonders glücklich können wir uns schätzen, als wir direkt am Straßenrand mehrere Schakale entdecken, die ihr Mittagessen genießen. Den Springbok verspeisen sie rabiat mit blutverschmierten Mäulern. Auch Raben wittern schon ihre Chance. Beobachten wir Tiere machen wir den Motor grundsätzlich aus. Jedes Tierfoto entschädigt die extreme Hitzesteigerung in unserem Auto bei Außentemperaturen von bis zu 35°C. Die Fenster kurbeln wir immer herunter, Aussteigen ist strengstens verboten. Am Wasserloch in Aus entdecken wir unser erstes Nashorn, leider aber ziemlich weit entfernt. Auf unserem Rückweg zum Camp finden wir nahe des Gates im Gebüsch ein weiteres Nashorn, dieses mal sind wir nur 2 Meter entfernt.

bebilderte Broschüre über den Etosha National Park

Gate zum Camp in Okaukuejo im Etosha National Park

Schakale und ihr Mittagessen

unser Zimmer im Camp in Okaukuejo

Tag 2 – Bitte lass uns einen Löwen sehen

Am nächsten Morgen entdecken wir in der Nähe vom Okondeka Wasserloch riesige Herden an Zebras, Gnus und Springböcken. Die Zeit von Mai bis Oktober eignet sich bestens für eine Erkundungstour im Etosha National Park. Zu dieser Zeit ist das Gebiet malariafrei, was uns die Malaria Prophylaxe erspart. Außerdem ist es sehr trocken. Die Tiere müssen zum Trinken an die Wasserlöcher pilgern und präsentieren sich so den Touristen. Außerdem ist der Etosha zu dieser Zeit des Jahres nicht mehr so grün und dicht bewachsen, sodass wir die Tiere einfacher finden können. Marcel fährt, während ich Ausschau nach den Tieren halte und ständig “Stop” rufe. Das Einlegen des Rückwärtsganges wird zu Marcels häufigsten Tätigkeiten im Etosha. Vor allem auf offenen Flächen finde ich viele Tiere. Etwas östlich des Camps Namutoni entdecken wir an der Straße 3 Geparden, die auf Beutejagd gehen. Die Mutter und ihre beiden Kinder wittern ihre Chance auf einen Springbok. Auf der Straße stehen gut 10 Autos, die im Takt vor und zurück fahren, präzise Wendemanöver einlegen und unter Höchstleistungen ihre Fahrkünste beweisen. Natürlich will jeder gucken und DAS Foto des Tages schießen. Marcels Fotoausbeute kann sich sehen lassen und entschädigt, dass wir noch keinen Löwen gesehen haben. Im Camp Halali quartieren wir uns für die nächsten 2 Nächte ein. Halali ist nicht ganz so schön wie Okaukuejo, aber deutlich günstiger und es liegt super zentral. Auch hier gibt es ein beleuchtetes Wasserloch, an dem wir im Dunkeln 2 Nashörner und 1 Hyäne zu Gesicht bekommen. Einen Löwen suchen wir weiterhin vergeblich.

Autoballett in der Nähe von Namutoni wegen Geparden

Gepard auf Futtersuche in der Nähe von Namutoni

Springböcke im Etosha National Park

Elefant im Etosha National Park

Gepard auf Futtersuche in der Nähe von Namutoni

Tag 3 – Es darf doch nicht wahr sein, immer noch kein Löwe

Bevor es losgeht tanken wir. Unser Geländewagen erweist sich als sehr praktisch, da die Straßen im Etosha ungeteert sind. Von Halali aus erkunden wir das Gebiet Richtung Namutoni. Hier liegen die meisten Wasserlöcher. Nahe der Etosha Pfanne können wir unser bestes Foto von einem Nashorn machen. An den Wasserlöchern Kalkheuwel, Klein Namutoni und Chudob werden wir mehrmals fündig. Neben Elefantenherden beobachten wir hier Zebras und Springböcke. Auch am Wasserloch Klein Okevi stoßen wir auf eine große Elefantenherde, die sich im Wasser abkühlt. Giraffen finden wir vor allem im Gebiet um Namutoni. Doch wir haben noch immer keinen Löwen gesehen, langsam werden wir nervös. Wir stellen fest, dass wir mehr Tiere sehen, indem wir herum fahren und nicht 4 Stunden an einem Wasserloch warten. Auch heute finden wir an derselben Stelle wie gestern die 3 Geparden und natürlich wieder dasselbe Tanzballett der Autos.

Gate Öffnungs- und Schließungszeiten in Halali

Impala Antilopen am Wasserloch

Nashorn an der Etosha Pfanne

Zebras im Etosha National Park

Sonnenuntergang im Etosha National Park in der Nähe von Halali

Elefanten am Wasserloch Klein Okevi

Tag 4 – Das Nebrowni Wasserloch ist unsere Erlösung

Nun ist schon unser vierter Tag und wir haben immer noch keine Löwen gesehen. An der Rezeption in Okaukuejo liegt ein Buch, in dem man hineinschreiben kann, wo man welches Tier gesichtet hat. Dieses Buch ist unsere letzte Chance. Und tatsächlich wurden gestern in der Nähe von Okaukuejo am Wasserloch Okondeka Löwen gesehen. Natürlich machen Marcel und ich uns auf zu diesem Wasserloch, aber leider gar nichts. Nicht mal ein Springbok lauert hier herum. Um 12.30 Uhr müssen wir den Etosha verlassen, um nicht noch mal die tägliche Gebühr zu zahlen. Es ist 12.00 Uhr und wir überlegen, ob wir herausfahren oder doch noch mal zum Nebrowni Wasserloch ganz in der Nähe fahren sollen. Gut, dass wir uns für das Wasserloch entscheiden, denn siehe da – 1 Löwe und 1 Löwin. Endlich. Gut, dass wir in den letzten 3 Tagen gelernt haben, mit einem 5 m langen Geländewagen millimetergenau zwischen anderen Gefährten ‘einzuparken’. Als Belohnung dürfen wir die beiden noch beim Geschlechtsakt beobachten. Dass sie aus jedem Auto heraus geknipst werden, interessiert sie überhaupt nicht. Um 14.00 Uhr werden am Andersson’s Gate unsere Schuhe und die Reifen desinfiziert und wir dürfen ohne nachzuzahlen den Park verlassen. Mit 1.000 Tierfotos auf unserer SD-Karte.

Springböcke am Nebrowni Wasserloch

die heiß ersehnten Löwen am Nebrowni Wasserloch

Wibke beim kurzen Stop im Camp in Okaukuejo mit unserem Steiner Safari Fernglas

die heiß ersehnten Löwen am Nebrowni Wasserloch

Oryx im Etosha National Park

Karte & Links

Etosha

Etosha National Park

Noch mehr Bilder und Informationen zum Etosha National Park und Namibia findest du in unserem Namibia Reiseführer

weitere Namibia Reiseberichte

Reisebericht: 2 Tage in der Namib Wüste in Namibia

Ein Reisebericht über unsere 2 Tage in der Namib Wüste in Namibia. Über die Panoramastraße D707 fahren wir in Namib Wüste und übernachten am Rand des National Parks. Wir besichtigen das Sossusvlei und das Deadvlei, erkunden den Sesriem Canyon, erklimmen die Düne 45 und machen Braai.

mehr lesen

Namibia Reiseführer

Etosha

Hier bekommt ihr mehr Informationen über den Etosha National Park in Namibia.

mehr lesen
aktualisiert am 7. März 2016 von Wibke Melanie