Sand, Wandern, Offroad im Jeep

Vorbereitung

Wir reisen von Petra an. Um 10 Uhr sollen wir im kleinen Ort Wadi Rum sein. Die Tour haben wir bereits in Deutschland über E-Mail gebucht. Gegen 8.30 Uhr fahren wir los und kommen pünktlich am Parkplatz hinter dem Ortseingang an. Hier treffen wir unseren Guide Ahli. Mit ihm fahren wir durch den leblos wirkenden Ort zum Haus des Veranstalters Bedouin Directions. Im kleinen Hinterhof sitzen wir mit Ahli zusammen und besprechen die Pläne für die nächsten 1½ Tage. Ja, wir wollen gerne ein bisschen mehr Action. Hier lernen wir auch ein supernettes niederländisches Pärchen kennen, die ebenfalls 1½ Tage in der Wüste gebucht haben. Nachdem wir unsere Rucksäcke aus dem Auto geholt haben, geht es los ins Wadi Rum. Unser Mietwagen kann im kleinen Hof stehen bleiben. Ahli kommt mit einem in die Jahre gekommenen schwarzen Jeep. Es ist verboten, die Wüste auf eigene Faust zu erkunden. Wir freuen uns auf das sandige Abenteuer, obwohl es 35° C sind.

Bedouin Directions

Ticket für das Wadi Rum

Infocenter am Eingang zum Wadi Rum

historischer Zug auf dem Weg zum Wadi Rum

Der Vormittag

Erster Stop ist eine kleine Oase am Berghang, den wir hochklettern. Von oben kriegen wir erstmals einen Eindruck von der Weite der Wüste. Hier treffen wir die beiden Niederländer wieder, die mit einem anderen Guide unterwegs sind. Nächster Halt ist ein schmaler Canyon, durch den eine Karawanenstraße führte. Malereien zieren die Felswände. Dann fahren wir zu einer roten Sanddüne – Marcel und ich freuen uns schon. Jetzt geht es mit einem Snowboard den Sandhang hinunter. Ahli holt das Snowboard, was er oben auf das Auto geschnallt hat. An der Seite der Düne klettern wir zusammen mit den beiden Niederländern (mittlerweile haben wir beschlossen, die gesamte Tour zusammen zu machen) hinauf. Ich schnalle mir das Snowboard an, stehe auf und mit ein bisschen Schwung geht es die Düne hinunter. Mein letztes Snowboard Abenteuer endete im Krankenhaus. Doch hier fühle ich mich sicher, auch wenn ich mich zum Bremsen einfach fallen lasse. Nun klebt der Sand an jedem Körperteil. Und blöd, dass ich die Düne mit dem Board wieder hinauf laufen muss. Gut, dass Marcel mir entgegenkommt und das Snowboard schleppt. Voller Vorfreude versucht auch er sich das Board umzuschnallen. Leider geht die Bindung kaputt und er muss hinunter gehen. Vielleicht auch besser so, da der Fuß seit 5 Tagen verletzt ist. Aber das ist eine andere Geschichte. Nach 30 Minuten Fahrt quer durch die Wüste machen wir an einem Felsen im Schatten Mittagspause. Ahli und der andere Guide kochen über offenem Feuer irgendein traditionelles Gericht mit Tomaten. Zu Trinken gibt es den in Jordanien bekannten süßen Schwarztee. Nach dem Essen machen die Guides einen Mittagsschlaf. Jetzt schlafen? Auf keinen Fall. Während sich die beiden ausruhen, ergreifen wir die Chance, auf den Felsen herumzuklettern und die spektakuläre Aussicht zu genießen. An einem Felsrand erblicken wir Mauerreste. Es ist das ehemalige Haus von Lawrence von Arabien, der hier Anfang des 20. Jahrhunderts während des Aufstands der Araber lebte.

Blick von der Oase am Berghang in die Wüste

Sandboarding im Wadi Rum

Blick in die Wüste nahe des ehemaligen Hauses von Lawrence von Arabien

Mittagspause im Schatten

Der Nachmittag

Gegen 15 Uhr machen wir uns auf zum Highlight des Tages, der Wanderung zum Burdah Arch. Die Hitze hat kaum nachgelassen, die Sonne brennt, aber wir sind so gespannt. Mit 3 Litern Wasser im Rucksack gehen wir Ahli über die Felsen hinterher. Es geht nur hinauf. Klettererfahrung braucht man nicht, aber Trittsicherheit und keine Höhenangst. Die Blicke werden von Höhenmeter zu Höhenmeter spektakulärer, beeindruckender, faszinierender. Riesige Steinfelsen inmitten einer Wüstenlandschaft – so weit das Auge reicht. Die Kamera steht nicht still. Nach ca. 1½ Stunden erblicken wir hoch oben den Burdah Arch, 300 Höhenmeter über dem Boden. Doch um über den Arch gehen zu können, müssen wir an einer steilen Felswand die letzten 10 m hochklettern. Das ist die heikelste Stelle, aber trotzdem einfach zu meistern. Mir zittern mehr die Knie als ich auf dem Burdah Arch stehe. Ahli macht einige Jump-Fotos von Marcel und mir. Dann kann ich die Aussicht in Ruhe genießen. Das ist wohl der schönste Ort, an dem ich bis jetzt gewesen bin. Wie eine Mondlandschaft wirkt die Wüste von hier oben. Der Weg hinunter dauert 1 Stunde. Hier treffen wir die Niederländer wieder. Nur einer der beiden war am Burdah Arch, den anderen trieb Höhenangst nach wenigen Metern zum Auto zurück. Jetzt geht es wieder 20 Minuten im Auto durch den Sand des Wadi Rum. Nachdem wir an einem kleinen Arch kurz Halt gemacht haben, bringt Ahli uns zu einem Ort, von dem wir den roten Sonnenuntergang beobachten können. Marcel flüstert zu mir, dass er gerne mal selbst fahren würde. Er fragt, gesagt, getan. Und schon sitzt Marcel hinter dem Lenkrad, Ahli auf dem Beifahrersitz bzw. eher im Fensterrahmen. Während Ahli Spaß dabei hat, sich hinauszulehnen, driftet Marcel durch den tiefen Sand. Den Sonnenuntergang genießen wir von einem kleinen Felsen. Als es dunkel wird, machen wir uns auf den Weg zum Camp. Hier essen wir mit 4 anderen Abendbrot, 1 Pärchen aus London und 2 Brüder aus Prag. Und wieder gibt es den leckeren Tee. Nach dem Essen springen wir unter die kleine Dusche, die es hier inmitten der Wüste tatsächlich gibt. Überall klebt Sand. Mit einer Taschenlampe geht es in unser Zelt. Schlafen wir hier drinnen oder schieben wir das Bett hinaus? Es ist klare Nacht, die Sterne leuchten am Himmel, man hört nichts außer Stille. Wir entscheiden uns, im Zelt zu schlafen. Schlafsäcke mussten wir nicht mitbringen, Feldbetten, Kissen und Decken gibt es. Heute Nacht wird es kalt.

Burdah Arch

Blick vom Burdah Arch in die Wüste

unser Guide Ahli im Jeep

Marcel fährt durch die Wüste

Sonnenuntergang im Wadi Rum

Wibke und Marcl auf dem Burdah Arch

Der zweite Tag

Am nächsten Morgen wachen wir früh auf. Nach dem Frühstück brechen wir mit Ahli zu einer zweiten Wanderung auf. Dieses Mal geht es auf den höchsten Berg Jordaniens, den Dschabal Umm ad-Dami. Der Berg liegt nahe der saudi-arabischen Grenze, wir sitzen fast 1 Stunde im Jeep. Immer wieder stelle ich mir die Frage, wie Ahli sich hier so gut orientieren kann. Es sind die kleinen und großen Felsen, die ihm den Weg weisen. Für die Wanderung bewappnen wir uns wieder mit viel Wasser. Das niederländische Pärchen ist natürlich auch dabei. Sie haben nicht im Camp geschlafen, sondern mit ihrem Guide unter einem Felsvorsprung. Auch diese Variante kann man im Internet buchen. Die Wanderung auf den Dschabal Umm ad-Dami ist anstrengend, aber einfacher als die zum Burdah Arch. Auch morgens um 9 Uhr zeigt das Thermometer schon 35°C. Vom Gipfel des mit Steingeröll überlagerten Berges haben wir wieder einen tollen Blick über das Wadi Rum und nach Saudi-Arabien. Als wir wieder am Auto sind, verabschieden wir uns von den Niederländern und dem anderen Guide. Die 3 machen jetzt noch Mittagessen, wir fahren mit Ahli in den Ort Wadi Rum. Heute Nacht geht unser Flieger zurück nach Deutschland und wir wollen uns noch kurz Aqaba anschauen. Nach 1 Stunde sitzen wir wieder in unserem Mietwagen und machen uns auf den Weg in die südlichste Stadt Jordaniens – überall an uns klebt der Wüstensand. Als ich zu Hause die Wanderschuhe auspacke und die Ladung Sand mir entgegensaust, denke ich an den Moment auf dem Burdah Arch – einfach unvergesslich dieser Flecken Erde.

Blick vom Dschabal Umm ad-Dami in die Wüste

Wüstencamp von Bedouin Directions mitten im Wadi Rum

Gecko im Wadi Rum

Ahli und zweiter Guide von Bedouin Directions auf dem Dschabal Umm ad-Dami mit Blick nach Saudi-Arabien

Karte & Links

Wadi Rum

Weitere nützliche Informationen findest du hier:

Bedouin Directions
Wadi Rum Tourism Site

Noch mehr Bilder und Informationen zu der Wüste Wadi Rum und Jordanien findest du in unserem Jordanien Reiseführer

weitere Jordanien Reiseberichte

Petra – Einzigartiges Kulturerbe der Nabatäer

1½ Tage erkunden wir die bekannteste Sehenswürdigkeit von Jordanien – Petra, die antike Felsenstadt der Nabatäer. Mit dem Schatzhaus Khazne al-Firaun und dem Kloster Ad Deir zählt sie zu den 7 neuen Weltwundern der UNESCO. Petra ist neben dem Wadi Rum unser Highlight in Jordanien.

mehr lesen

Jordanien Reiseführer

Petra

Hier erfahrt ihr mehr über die Sehenswürdigkeiten und Highlights von Petra.

mehr lesen

Amman

Hier erfahrt ihr mehr über die Sehenswürdigkeiten und Highlights von Amman.

mehr lesen
aktualisiert am 20. März 2016 von Marcel